Adler
Georg Schroeter

Gas unter Druck – Schroeter schlägt Alarm, Berlin beschwichtigt

Gas-Krise Deutschland 2026 – LNG, Speicherfüllstand und Versorgungsrisiko

 

 

Der jüngsten Berichte über die deutschen Gasspeicher lesen sich wie eine Mischung aus Entwarnung und unterschwelliger Warnung. Die Speicherstände seien niedrig, heißt es. Gleichzeitig wird betont, eine „physische Mangellage“ sei derzeit nicht wahrscheinlich. Man befinde sich im „Normalbereich“. Experten verweisen darauf, dass selbst bei niedrigen Füllständen noch Dutzende Terawattstunden verfügbar seien.

Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt: Die Lage ist fragiler, als es die politischen Statements vermuten lassen.

Der SPIEGEL berichtet von einem bundesweiten Füllstand von rund einem Viertel der Speicherkapazität. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass längere Kälteperioden die Reserven rasch abschmelzen lassen können. In besonders kalten Phasen wurden bereits mehr als drei Terawattstunden pro Tag entnommen. Und selbst in „normalen“ Winterszenarien wird deutlich, dass Spielräume enger werden.

Georg Schroeter kommentiert:

„Wenn man schon erklären muss, warum es wahrscheinlich nicht kritisch wird, dann ist es bereits kritisch. Versorgungssicherheit darf kein Wahrscheinlichkeitsmodell sein.“

 

 

Zwischen Beschwichtigung und Realität

 

 

Der SPIEGEL zitiert weiters Fachleute, die darauf verweisen, dass Deutschland mittlerweile über LNG-Terminals (Liquefied Natural Gas) verfüge und zusätzliche Importe möglich seien. Auch die Bundesnetzagentur betont, Händler könnten Gas beschaffen, wenn es notwendig werde.

Gleichzeitig wird jedoch eingeräumt, dass ein kalter Winter die Lage erheblich verschärfen könnte. Zudem sinkt bei sehr niedrigen Füllständen die Entnahmeleistung aus Speichern – ein technischer Umstand, der in der öffentlichen Debatte selten thematisiert wird.

Schroeter ordnet ein:

„Man kann Speicher nicht politisch leerreden. Wenn sie leer sind, sind sie leer. Und wenn man sie erst bei Kälte füllen will, zahlt man Mondpreise.“

Zudem wird auf die geopolitische Lage verwiesen: Ein erheblicher Teil der europäischen Gasimporte stammt inzwischen aus den USA und Norwegen. Eine neue Abhängigkeit habe die alte ersetzt. Das System sei resilienter geworden – aber nicht unangreifbar.

 

 

Industrie unter Vorbehalt

 

 

Ein weiterer Punkt: Im Falle einer Mangellage sind Haushalte gesetzlich geschützt. Die Industrie hingegen müsste zuerst abschalten. Das wird im Bericht nüchtern beschrieben – doch die wirtschaftlichen Folgen wären erheblich.

Schroeter bringt es auf den Punkt:

„Die Politik spricht von Versorgungssicherheit – aber meint Haushaltsgarantie. Für die Industrie gilt: Wenn es eng wird, geht zuerst das Licht in den Werkhallen aus.“

Die Medien versuchen indes zu beruhigen. Doch zwischen Daten, Szenarien und Experteneinschätzungen entsteht ein klares Bild: Deutschland operiert energiepolitisch auf dünnerem Eis als noch vor wenigen Jahren.

Und genau hier setzt Schroeters Kritik an:

„Eine Industrienation darf nicht hoffen müssen, dass der Winter mild bleibt. Energiepolitik ist keine Wetterwette.“

 

 

H-Gas am Limit – Warum die technische Realität brisanter ist als viele glauben

 

 

Der bundesweite Durchschnitt verschleiert, was energiepolitisch wirklich zählt: Nicht jedes Gas ist gleich – und nicht jeder Speicherstand ist gleich relevant.

Deutschland unterscheidet zwischen L-Gas (Low Calorific Gas) und H-Gas (High Calorific Gas). L-Gas wird vor allem in Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsens genutzt. Diese Speicher sind derzeit vergleichsweise besser gefüllt. Entscheidend für die industrielle und wirtschaftliche Stabilität sind jedoch die H-Gas-Speicher.

H-Gas versorgt die neuen Bundesländer, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg – also jene Regionen, in denen große Teile der industriellen Wertschöpfung konzentriert sind.

Genau hier wird es kritisch.

Nach den aktuell verfügbaren Daten liegen die H-Gas-Speicher nur noch bei rund 23,9 Prozent. In Bayern sogar bei etwa 18 Prozent. Und bei 25 Prozent beginnt in Deutschland offiziell die sogenannte Gas-Mangellage.

Georg Schroeter warnt deutlich:„Wenn wir unter 25 Prozent fallen, sprechen wir nicht mehr über Theorie, sondern über Alarmstufe. Und genau da stehen wir jetzt.“

 

 

Was das konkret bedeutet

 

 

Viele Bürger fragen sich: Reicht das Gas nicht trotzdem noch Wochen?

Rein rechnerisch – ja. Praktisch – kommt es auf Verbrauch und Temperatur an. Bleiben die Temperaturen niedrig, steigen die täglichen Entnahmen massiv. Besonders relevant: Gaskraftwerke sichern das Stromnetz ab, wenn Wind- und Solarstrom nicht ausreichen.

Allein die Gaskraftwerke Irsching und München-Süd verbrauchen täglich etwa 0,12 Prozent der Speicherkapazität. Der gesamte Verbrauch aller Gaskraftwerke zusammengenommen würde die Speicher bis Mitte April rechnerisch auf null drücken – wenn keine nennenswerte Einspeicherung erfolgt.

Noch brisanter: Addiert man Industrie, Haushalte und Kraftwerke, wäre bei anhaltend hoher Entnahme rechnerisch in rund 34 Tagen Schluss. Das bedeutet – bei anhaltender Kälte – Mitte März.

Schroeter formuliert es unmissverständlich:

„Wir betreiben ein Energiesystem, das nur funktioniert, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Das ist kein Sicherheitskonzept, das ist ein Stoßgebet.“

 

Industrie zuerst betroffen

 

 

Rechtlich sind Haushalte geschützt. Die Industrie hingegen würde bei einer Mangellage zuerst gedrosselt oder abgeschaltet. Produktionsstopps, Lieferkettenprobleme und Preisexplosionen wären die Folge.

Der Bundesregierung spricht von Szenarien, von „statistischen Wahrscheinlichkeiten“ und von „Reserven im System“. Schroeter sieht das nüchterner:

„Eine Industrienation darf sich nicht auf Wahrscheinlichkeiten verlassen. Energie ist keine Ideologiefrage, sondern eine Frage von Stabilität und Wohlstand.“

 

 

Schlussfolgerung: Energiepolitik braucht Realismus

 

 

Die aktuelle Lage zeigt, wie eng Energiepolitik, Versorgungssicherheit und Wirtschaft miteinander verzahnt sind. Der Ausstieg aus verlässlichen Energiequellen, die gleichzeitige Abhängigkeit von Gas und der politisch gewollte Ausbau zusätzlicher Gaskraftwerke verschärfen die strukturelle Verwundbarkeit.

Schroeter fordert deshalb einen Kurswechsel:

„Wir brauchen eine starke, planbare Energiepolitik – mit Kernenergie, stabilen Netzen und echten Reserven. Ein Land wie Deutschland darf nicht vom Wetter abhängig sein.“

Die Zahlen sind keine Panikmache. Sie sind eine Momentaufnahme. Aber sie zeigen deutlich: Deutschlands Energiesystem operiert derzeit am unteren Rand seiner Sicherheitsreserve.

 

 

 

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