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Georg Schroeter

Frankreich im Ausnahmezustand der Gewalt: Brennende Rathäuser, Straßenschlachten und eine Regierung unter Druck

2.400 Festnahmen, Hunderte verletzte Polizisten und Tausende beschädigte Geschäfte / Frankreichs Schuldenkrise verschärft die politische Notlage / Italien kündigt zusätzliche Soldaten für Mailand an – Georg Schroeter warnt vor dem Verlust staatlicher Handlungsfähigkeit

Ein brennendes Rathaus in Limoges, Straßenschlachten in Paris, geplünderte Geschäfte und Polizisten, die gegen gewalttätige Gruppen vorgehen müssen. Frankreich erlebt eine der schwersten Wellen öffentlicher Gewalt seit Jahren. Die Bilder erinnern stellenweise an bürgerkriegsähnliche Zustände. Tausende Festnahmen, massive Sachschäden und örtliche Ausgangssperren zeigen, wie ernst die Lage geworden ist.

Doch die eigentliche Krise reicht weit über die brennenden Barrikaden hinaus. Frankreichs Regierung kämpft nicht nur gegen die Gewalt auf den Straßen, sondern zugleich gegen eine immer drückendere Staatsverschuldung, schwaches Wirtschaftswachstum und politische Handlungsunfähigkeit. In Italien kündigt die Regierung von Giorgia Meloni unterdessen den Einsatz zusätzlicher Soldaten an, um nach schweren Ausschreitungen die Sicherheit in Mailand zu gewährleisten.

Für den AfD-Bundestagsabgeordneten Georg Schroeter, selbst Ingenieur, Unternehmer und Mitglied des Haushaltsausschusses, werfen diese Entwicklungen eine grundlegende Frage auf: Was geschieht, wenn ein Staat seine finanziellen Möglichkeiten überdehnt und gleichzeitig immer größere Schwierigkeiten bekommt, seine elementaren Aufgaben zu erfüllen?

Frankreich: Wenn Rathäuser brennen und die Polizei an ihre Grenzen stößt

Die Ereignisse des vergangenen Wochenendes haben Frankreich erschüttert. In zahlreichen Städten eskalierten Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten und den Zustand öffentlicher Einrichtungen zu schweren Ausschreitungen.

Besonders dramatisch waren die Bilder aus Limoges. Dort wurde das Rathaus in Brand gesetzt. Der historische Uhrturm stürzte in den Flammen ein. Bürgermeister Guillaume Guérin sprach von einem vorsätzlichen Angriff und kritisierte, dass nicht genügend nationale Polizeikräfte zum Schutz der Stadt bereitgestellt worden seien.

Auch in Paris und Marseille kam es zu Plünderungen, Brandstiftungen und gewaltsamen Zusammenstößen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden rund 2.400 Menschen festgenommen und nahezu 1.000 Polizeibeamte verletzt. Etwa 3.000 Geschäfte waren von Beschädigungen oder Plünderungen betroffen.

Das sind keine gewöhnlichen Begleiterscheinungen politischer Demonstrationen mehr. Wenn öffentliche Gebäude brennen, Geschäfte systematisch geplündert werden und Polizeikräfte in zahlreichen Städten gleichzeitig gegen Gewalttäter vorgehen müssen, steht die Fähigkeit des Staates zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung auf dem Prüfstand.

Schroeter sieht darin eine Frage grundlegender staatlicher Verantwortung:

„Wenn Geschäftsleute ihre Läden verbarrikadieren müssen und die Polizei gegen gewalttätige Banden kaum noch ankommt, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht. Der Schutz von Menschen und Eigentum gehört zu den ersten Pflichten des Staates. Wer dabei versagt, verliert das Vertrauen seiner Bürger.“

Frankreichs Regierung reagiert inzwischen mit Ausgangssperren in besonders betroffenen Gebieten. In Paris wurden nächtliche Beschränkungen für zentrale Plätze und Einkaufsviertel verhängt. Zeitweise stand sogar die Ausrufung eines Ausnahmezustands zur Diskussion.

Dabei ist zwischen den Hunderttausenden friedlichen Demonstranten und den gewalttätigen Gruppen zu unterscheiden. Der Protest gegen steigende Preise und schlechte öffentliche Leistungen ist legitim. Brandstiftung, Plünderung und Angriffe auf Menschen sind es nicht.

Doch die politischen Fragen bleiben: Warum konnten die Ausschreitungen derart eskalieren? Weshalb waren öffentliche Gebäude und Geschäfte nicht ausreichend geschützt? Und wie soll das Vertrauen der Bürger wiederhergestellt werden, wenn selbst grundlegende Sicherheitsgarantien zeitweise infrage stehen?

Frankreichs zweite Krise: Der Staat verliert seinen finanziellen Spielraum

Während die Straßen brennen, geraten auch Frankreichs Staatsfinanzen immer stärker unter Druck.

Die Staatsverschuldung liegt bereits bei weit über 110 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung und dürfte nach aktuellen Prognosen weiter steigen. Das Haushaltsdefizit überschreitet deutlich die europäischen Vorgaben. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft nur schwach.

Am 19. Oktober stieg die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen zeitweise auf rund 4,9 Prozent. Damit wird es für den Staat teurer, sich am Kapitalmarkt zu finanzieren. Investoren reagieren zunehmend nervös auf die Verbindung aus politischer Instabilität, gesellschaftlichen Unruhen und ausbleibender Haushaltskonsolidierung.

Für Georg Schroeter ist diese Entwicklung aus seiner langjährigen unternehmerischen Erfahrung besonders relevant:

„Als Unternehmer weiß ich: Man kann nicht dauerhaft mehr ausgeben, als man erwirtschaftet. Was für jeden Betrieb gilt, muss auch für einen Staat gelten. Frankreich zeigt, wohin eine Politik führt, die notwendige Entscheidungen über Jahre verschiebt und immer neue Schulden anhäuft.“

Frankreich ist nicht zahlungsunfähig. Doch die wirtschaftspolitische Lage ist ernst. Je höher die Schulden und Finanzierungskosten steigen, desto geringer wird der Spielraum für notwendige Investitionen, öffentliche Leistungen und unvorhergesehene Krisen.

Die Regierung steht damit vor einem politischen Dilemma. Sie muss sparen, um die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen Einschnitte, während viele Bürger unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden.

Diese Probleme erklären nicht die Gewalttaten. Die Verantwortung dafür tragen die Täter. Aber sie verschärfen die ohnehin angespannte politische Lage und erschweren es der Regierung, überzeugende Antworten zu finden.

Ein Staat kann seine wirtschaftlichen Probleme nicht dauerhaft durch neue Kredite lösen. Irgendwann müssen die Folgen jahrzehntelanger Verschuldung bewältigt werden – durch höhere Einnahmen, geringere Ausgaben oder mehr wirtschaftliches Wachstum.

Italien: Meloni kündigt 500 zusätzliche Soldaten für Mailand an

Auch Italien erlebt schwere Ausschreitungen. In Mailand wurden am vergangenen Wochenende Schaufenster eingeschlagen, Geschäfte geplündert und Polizeibeamte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen.

Nach Angaben der italienischen Polizei wurden 271 Personen zur Polizeidienststelle gebracht, darunter 220 Minderjährige. 32 Personen wurden festgenommen, 14 Sicherheitskräfte verletzt.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte daraufhin an, 500 zusätzliche Soldaten mit erweiterten Befugnissen zur Unterstützung der Sicherheitskräfte in Mailand einzusetzen.

Italien nutzt bereits seit Jahren Soldaten im Rahmen des Programms „Strade Sicure“. Die geplante Verstärkung ist dennoch ein deutliches Zeichen dafür, wie ernst die Regierung die Gewalt und die Bedrohung von Geschäftsleuten und Passanten nimmt.

Besonders die hohe Zahl minderjähriger Beteiligter wirft Fragen nach Jugendkriminalität, Integration und gesellschaftlicher Verantwortung auf. Eine pauschale Zuschreibung der Gewalt an Menschen mit Migrationshintergrund lässt sich aus den vorliegenden Festnahmezahlen allerdings nicht ableiten.

Die italienische Entwicklung zeigt zugleich die Grenzen rein sicherheitspolitischer Maßnahmen. Zusätzliche Soldaten können gefährdete Straßen und Plätze schützen. Die Ursachen der Gewalt und die Probleme in den betroffenen Stadtvierteln beseitigen sie allein nicht.

Wenn Europas Wohlstand und Sicherheit gleichzeitig unter Druck geraten

Frankreichs Finanzprobleme und Italiens Ausschreitungen haben unterschiedliche Ursachen. Dennoch werfen sie gemeinsame Fragen auf.

Wie leistungsfähig bleiben staatliche Institutionen, wenn die wirtschaftlichen Belastungen steigen? Welche Folgen hat es, wenn politische Reformen über Jahre verschoben werden? Und wie können Regierungen öffentliche Sicherheit gewährleisten, ohne dabei die wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Länder zu vernachlässigen?

Europa steht ohnehin unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Hohe Energiekosten, umfangreiche Regulierung und geringe Wachstumsraten belasten viele Unternehmen. Gleichzeitig verlangen steigende Staatsausgaben nach einer immer leistungsfähigeren wirtschaftlichen Grundlage.

Aus Schroeters Sicht gehört deshalb die Frage nach dem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld in den Mittelpunkt der politischen Debatte.

Staatliche Ausgaben müssen sich an ihrer Wirksamkeit messen lassen. Wirtschaftspolitische Vorgaben müssen die Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigen. Und innere Sicherheit darf nicht erst dann politische Aufmerksamkeit erhalten, wenn Geschäfte geplündert und öffentliche Gebäude zerstört worden sind.

Schroeter: Deutschland muss die Warnsignale ernst nehmen

Die Entwicklungen in Frankreich und Italien sind keine zwangsläufige Vorschau auf die deutsche Zukunft. Sie zeigen jedoch, welche Folgen schwere Sicherheitskrisen und wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen für das Vertrauen in staatliche Institutionen haben können.

Auch Deutschland steht vor schwierigen Haushaltsentscheidungen, einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und hohen Belastungen für Unternehmen und private Haushalte.

Schroeter fordert deshalb, staatliche Prioritäten wieder stärker an den grundlegenden Aufgaben auszurichten:

„Deutschland darf diese Entwicklung nicht einfach aus der Ferne beobachten. Wir brauchen solide Staatsfinanzen, bezahlbare Energie, eine leistungsfähige Wirtschaft und einen Rechtsstaat, der seine Bürger schützt. Wer die Probleme immer weiter vertagt, riskiert am Ende sowohl unseren Wohlstand als auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Die Ereignisse in Frankreich zeigen, wie schnell schwere Gewalt die öffentliche Ordnung erschüttern kann. Die Finanzkrise des Landes macht zugleich deutlich, dass staatliche Handlungsfähigkeit auch eine wirtschaftliche Grundlage braucht.

Italiens angekündigte Verstärkung durch Soldaten unterstreicht, welchen Aufwand Regierungen betreiben müssen, wenn gewaltsame Ausschreitungen eskalieren.

Die entscheidende Lehre lautet deshalb: Ein Staat muss seine Bürger schützen können und zugleich wirtschaftlich handlungsfähig bleiben. Wer Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und solide Staatsfinanzen dauerhaft vernachlässigt, setzt das Vertrauen aufs Spiel, auf dem jede demokratische Ordnung beruht.

 

Zu anderen Beiträgen auf unserer Webseite:
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