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Georg Schroeter

Nach 20 Jahren die Kündigung: Georg Schroeter warnt vor politischer Ausgrenzung

Volksbank Salzburg kündigt langjährige Kontoverbindung ohne konkrete Begründung / BMW-Leasingfall um AfD-Landtagspräsidenten wirft Fragen auf / Schroeter kritisiert mögliche wirtschaftliche Benachteiligung politisch Andersdenkender

Zwanzig Jahre lang war Georg Schroeter Kunde der Volksbank Salzburg. Er arbeitete als Ingenieur an österreichischen Kraftwerken, verbrachte regelmäßig seine Urlaube in der Alpenrepublik und pflegte über Jahrzehnte enge persönliche und berufliche Verbindungen zum Nachbarland. Nie habe es Probleme mit seinem Konto gegeben. Dann kam Anfang Oktober ein Brief: Kündigung zum 4. November 2026. Eine konkrete Begründung? Fehlanzeige.

Für den AfD-Bundestagsabgeordneten ist das mehr als eine enttäuschende Geschäftsentscheidung. Er fragt sich, ob seine politische Tätigkeit eine Rolle gespielt haben könnte. Und er sieht darin eine grundsätzliche Gefahr: Was geschieht mit einer Demokratie, wenn Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen auch im wirtschaftlichen Alltag Nachteile befürchten müssen?

Zwanzig Jahre Vertrauen – mit einem Brief beendet

Schroeters Verbindung zu Österreich reicht weit zurück. Lange vor seinem Einzug in den Bundestag arbeitete er dort als Ingenieur an zahlreichen Kraftwerksprojekten. Auch privat zog es ihn immer wieder in das Land. 2006 eröffnete er deshalb ein Konto bei der Volksbank Salzburg.

Die Geschäftsbeziehung verlief nach seinen Angaben zwanzig Jahre lang beanstandungsfrei: regelmäßige Zahlungseingänge, keine Bareinzahlungen, stets positive Kontostände. Dennoch kündigte die Bank das Konto mit Schreiben vom 7. Oktober unter Berufung auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen – ohne einen konkreten Anlass zu nennen.

In einem Brief vom 14. Oktober an Vorstandsvorsitzenden Andreas Höll brachte Schroeter sein Unverständnis zum Ausdruck: „Das mir als AfD Bundestagsabgeordneter die Kontokündigung widerfährt ist sehr befremdlich.“

Die Entscheidung trifft ihn auch deshalb, weil er sich dem genossenschaftlichen Bankwesen seit Jahrzehnten verbunden fühlt. In Deutschland führt er nach eigenen Angaben seine privaten und geschäftlichen Konten ebenfalls über Volksbanken.

„Ich habe in Österreich gearbeitet, dort viele schöne Jahre verbracht und zwanzig Jahre lang meine Bankgeschäfte bei der Volksbank Salzburg geführt. Nie gab es Schwierigkeiten. Wenn diese Verbindung nun ohne konkrete Erklärung beendet wird, trifft mich das auch persönlich. Ich frage mich, ob meine politische Tätigkeit inzwischen mehr zählt als zwanzig Jahre zuverlässiger Kundschaft.“

Ob Schroeters Parteizugehörigkeit tatsächlich ausschlaggebend war, ist offen. Doch nach zwei Jahrzehnten erwartet er zumindest eine nachvollziehbare Erklärung.

BMW-Leasingfall: Jahrzehntelange Markentreue auf dem Prüfstand

Auch der Rückzug eines BMW-Leasingangebots in Sachsen-Anhalt beschäftigt Schroeter. Am 6. Oktober wurde Tobias Rausch (AfD) zum Landtagspräsidenten gewählt. Noch am selben Tag zog BMW ein zuvor unterbreitetes Leasingangebot für dessen Dienstwagen zurück. Die Landtagsverwaltung bestätigte den Vorgang. BMW nannte öffentlich keinen konkreten Grund.

Für Schroeter ist das keine gewöhnliche Nachricht. Seit Jahrzehnten fährt er BMW. In seinem Betrieb sind derzeit ein Fahrzeug der 7er-Reihe, ein X5 und ein 5er Touring im Einsatz.

Am 14. Oktober wandte er sich deshalb persönlich an BMW-Vorstandsvorsitzenden Milan Nedeljković. Sollte sich bestätigen, dass das Leasingangebot allein wegen der AfD-Zugehörigkeit des Landtagspräsidenten zurückgezogen wurde, will Schroeter künftig keine BMW-Fahrzeuge mehr beschaffen.

„Ich fahre seit Jahrzehnten BMW, und auch in meinem Betrieb setzen wir auf diese Fahrzeuge. Aber wenn ein Hersteller seine Kunden danach beurteilt, welcher Partei sie angehören, wäre für mich eine Grenze überschritten. Sollte sich bestätigen, dass BMW den Leasingvertrag aus politischen Gründen zurückgezogen hat, werde ich künftig keine BMW-Fahrzeuge mehr kaufen.“

Schroeter erwartet eine klare Stellungnahme. Denn sollte die politische Zugehörigkeit tatsächlich den Ausschlag gegeben haben, wäre dies für ihn ein Grund, seine jahrzehntelange Markentreue zu beenden.

Wenn das Parteibuch wichtiger wird als der Mensch

Die beiden Vorgänge sind unabhängig voneinander. Dennoch sieht Schroeter darin eine gemeinsame Problematik: die mögliche Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen.

Politischer Streit gehört zur Demokratie. Parteien müssen Kritik aushalten, ihre Vertreter dürfen scharf angegriffen werden. Doch für Schroeter endet die legitime Auseinandersetzung dort, wo Menschen allein wegen ihrer Parteizugehörigkeit aus gewöhnlichen Geschäftsbeziehungen ausgeschlossen werden.

„Niemand muss meine politische Meinung teilen. Aber ein Mensch darf nicht allein wegen seines Parteibuchs zum unerwünschten Kunden werden. Wer politische Gegner nicht mehr mit Argumenten bekämpft, sondern sie wirtschaftlich ausgrenzt, beschädigt den demokratischen Umgang miteinander. Das gilt nicht nur für AfD-Politiker, sondern für jeden, der eine andere Meinung vertritt.“

Die Frage reicht weit über die AfD hinaus. Auch andere Politiker, Unternehmer und öffentliche Personen können wegen kontroverser Ansichten unter Druck geraten. Eine offene Gesellschaft muss politische Unterschiede aushalten, ohne Andersdenkende vorschnell auf ihre Parteizugehörigkeit zu reduzieren.

Unternehmen besitzen Vertragsfreiheit. Nicht jede Kündigung oder Ablehnung ist politisch motiviert oder rechtswidrig. Sollte jedoch das Parteibuch tatsächlich zum entscheidenden Kriterium für gewöhnliche Dienstleistungen werden, stellt sich eine grundsätzliche Frage nach politischer Toleranz und gesellschaftlicher Gleichbehandlung.

Keine Sonderbehandlung – aber klare Antworten

Schroeter hat sich mit seinen Schreiben an die Verantwortlichen beider Unternehmen gewandt. Von der Volksbank Salzburg erwartet er eine Erklärung für das Ende seiner zwanzigjährigen Kontoverbindung. Von BMW möchte er wissen, weshalb das Leasingangebot für den neuen Landtagspräsidenten zurückgezogen wurde.

Ein politisches Motiv ist bislang in keinem der beiden Fälle nachgewiesen. Doch für Schroeter ist gerade die fehlende Klarheit Anlass, die Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.

Zwanzig Jahre lang vertraute er der Volksbank Salzburg. Seit Jahrzehnten fährt er BMW. Nun stehen zwei langjährige Geschäftsbeziehungen beziehungsweise Kundenbindungen für ihn auf dem Prüfstand.

Schroeter fordert keine Zustimmung zu seinen politischen Überzeugungen. Er erwartet, dass Menschen unabhängig von ihrem Parteibuch nach sachlichen Maßstäben behandelt werden. Denn eine Demokratie beweist ihre Toleranz nicht dort, wo alle einer Meinung sind – sondern im Umgang mit denen, die widersprechen.

Zu anderen Beiträgen auf unserer Webseite:
https://www.georg-schroeter.de/aktuelles/

und meinen Reden im Deutschen Bundestag:
https://www.georg-schroeter.de/bundestag/reden/

 

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